Melisse – Melissa officinalis
Die Melisse stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und kam im 11. Jahrhundert nach Europa. Die Griechen und Römer kannten sie bereits lange zuvor – bedeutet doch ihr griechischer Name Melissophyllon „Honigblatt“. In der Bienenhaltung kam und kommt diese Pflanze immer noch zum Einsatz: Einerseits wegen ihrer Blühkraft als Bienenweide, andererseits wegen ihrer geschätzten Eigenschaften bei den fleißigen Bienen.
Und diese besondere Eigenschaft ist es auch, die die Melisse auszeichnet. Wenn man die leicht herzförmigen Blätter berührt, verströmen sie sofort den charakteristischen zitronenartigen Duft, der von dem ätherischen Öl in ihr herrührt. Allein schon dieser Duft besänftigt und vertreibt trübe Gedanken – kein Wunder, dass der Melisse in der europäischen Tradition seit Jahrhunderten die Eigenschaft, Geist und Gemüt zu besänftigen, zugeschrieben wird. Als Hauptbestandteil des bekannten Klosterfrau Melissengeists hat sie eine lange Geschichte als geschätzte Pflanze in der klösterlichen Tradition.
Hildegard von Bingen schreibt über die Melisse: „Die Melisse ist warm. Ein Mensch, der sie isst, lacht gern, weil ihre Wärme die Milz berührt und daher das Herz fröhlich macht.“ Diese „herzerfrischende“ Qualität, die ihr in der spirituellen Pflanzenkunde zugeschrieben wird, schenkt die Pflanze gerne weiter: Sie lädt ein zur inneren Ruhe und lässt traurige Gedanken weiterziehen. Man darf sich in sich selbst wieder zuhause fühlen. Auf diesem Weg in die Herzensruhe begleitet sie uns – „Herzenstrost“ ist daher auch eine der liebevollen Bezeichnungen der Mönche für die Melisse.
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