Mädesüß – Filipendula ulmaria
Das Mädesüß hat seinen Namen vom Met – dem germanischen Honigwein, der mit dieser Pflanze gewürzt wurde. Die liebliche, nach Vanille duftende Pflanze bevorzugt feuchte Standorte, wie Bachläufe oder abschüssige Feuchtwiesen am Waldrand. Die rötlich gefleckten Stängel werden bis zu 2 Meter hoch und tragen im Hochsommer weiße, luftige Blüten, die wahre Bienen- und Schmetterlingsweiden sind.
Bereits in der Bronzezeit schrieb man dem Mädesüß eine besondere Bedeutung zu – so wurde es bei Einäscherungen auf Begräbnisplätzen als Schutz für die Verstorbenen verwendet. Es galt auch als eine der stärksten magischen Pflanzen der Druiden – die Tanz- und Liegeplätze der Mittsommerfeiern wurden damit ausgelegt. Auch die Kirchenböden wurden damit gefegt und gereinigt.
Die Blätter sind reich an Salicylsäure – ein bemerkenswerter Inhaltsstoff, der dem Mädesüß in der Volksheilkunde einen festen Platz in der traditionellen Pflanzenkunde einbrachte. Übrigens: Der alte Gattungsname des Mädesüß, Spiraea ulmaria, war sogar Namenspate für eines der bekanntesten Medikamente der Welt – das Aspirin (von Acetylsalicylsäure + Spiraea*). In Verbindung mit seinen Schleim- und Gerbstoffen sowie Flavonoiden zählt das Mädesüß zu den klassischen Pflanzen der europäischen Volksheilkunde – ein Erfahrungswissen, das über Jahrhunderte weitergegeben wurde.
Spirituell steht das Mädesüß für Frische und Klarheit. Durch seinen Standort am kühlen Wasser im Hochsommer gilt es als „Feuerlöscherin“, wenn es grad wieder einmal sehr hitzig und hektisch zugeht. In das Vertrauen ins Leben zurückzufinden, die innere Mitte zu stärken, in das fließende, verspielte Sein heimzukehren – all diese Wege zeigt uns das Mädesüß.
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